Die Therapieoptionen beim lokal fortgeschrittenen und metastasierten Urothelkarzinom beschränken sich aktuell auf etablierte Chemo- sowie Immuntherapien. Zielgerichtete Therapien sind bisher nur wenigen Patienten vorbehalten. Urotheliale Organoidsysteme könnten durch patientenindividuelle Testung und Vorhersagen zum Therapieansprechen einen entscheidenden Beitrag für eine effektivere personalisierte Therapie darstellen. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Beschreibung des Standes der Wissenschaft bei klinisch einsetzbaren Organoidsystemen für das Urothelkarzinom. Es erfolgte eine systematische Literaturrecherche in mehreren Datenbanken (Medline, Cochrane library) sowie Studienregistern (ClinicalTrials.gov, das EU-Register für klinische Studien und das WHO International Clinical Trials Registry). Insgesamt erfüllten 7 Studien zur Thematik der Urothelkarzinomorganoide die Einschlusskriterien. Diese beschreiben die Etablierung von Organoidsystemen bei Patienten mit Tumoren der Harnblase oder des Nierenbeckens. Die Erfolgsrate zur Etablierung von Organoiden betrug bei nicht-muskelinvasiven Tumoren 70–77 % und bei muskelinvasiven Tumoren etwa 42 %. Bei den Patientenorganoiden wurden systematische Testungen von Medikamenten durchgeführt. Dabei zeigte sich ein individuelles Therapieansprechen der Organoide, vergleichbar mit einem individuellen Therapieansprechen bei Patienten. Bei Urothelkarzinomen ist die Generierung von Organoiden und die Ex-vivo-Testung individueller Therapien möglich. Durch das Fehlen einer standardisierten Methodik bleibt deren Einsatz zum aktuellen Zeitpunkt experimentell. Es besteht durch die Methodik ein hohes Potenzial, Patienten mit einem Urothelkarzinom personalisierte Therapiekonzepte anzubieten.